Kolpingsfamilie Eutin

51 Mitglieder

Vorsitzender: Martin Goldberg  Tel.: 04521/409489

 

Liebe Kolpinger!

Am Ende von Martins Adventsbrief steht das Gedicht „Schenken“ von Joachim Ringelnatz. Der letzte Satz lautet: „Sei eingedenk, dass dein Geschenk – Du selber bist.“

Dieser Schlusssatz ist für mich der Anfang des Schenkens.
Denn neben dem Nutzen für den Beschenkten oder seinem materiellen Wert beinhaltet ein Geschenk noch viel bedeutsameres, das für unsere Sinne verborgen ist. Etwas, das wir nur mit dem Herzen sehen, fühlen und hören können. Etwas voran wir glauben können, was uns Hoffnung gibt und was wir lieben. Die Wahrheit ist doch: Die wertvollsten Geschenke die wir erhalten, sind die, mit denen wir Respekt und Wertschätzung für uns als gottgewollten Menschen erfahren, im besten Fall die Liebe des Schenkenden zu uns erkennen.
Ein solches Geschenk lässt uns mit echter, ungekünstelter Freude und Dankbarkeit auf den Schenkenden reagieren. Auch hier, im besten Fall ist unsere Antwort Liebe.
Ein solches erfülltes Geschenk wird zu einem Symbol, zu einem sichtbaren Zeichen der Liebe, welches zu einer Antwort führt. Der Nutzen oder der materielle Wert des Geschenks spielen dann keine Rolle mehr.

Auch die Kirche kennt solche heiligen Symbole. In den Sakramenten wird die Liebe Gottes zu uns Menschen sichtbar und erfahrbar. Die Ehe ist ein solches Sakrament, und diesem Jahr haben wir gleich zwei Paare, die ihre Diamantenhochzeit erleben durften. Was für ein heiliges Geschenk.
So wie eine Ehe, so ist ein Geschenk immer ein Akt der gelebten Beziehung. Menschen brauchen Beziehungen, sonst verkümmern sie. Deshalb kann ich mir nichts selber schenken, ich kann mir vielleicht etwas gönnen oder leisten. Aber ein echtes Geschenk setzt einen Nächsten voraus, Ein Geschenk bekomme ich von jemand anderen. Darauf habe ich keinen Anspruch und ich kann es mir auch nicht verdienen, denn sonst wäre es kein Geschenk, sondern ein Verdienst oder eine Belohnung. Es muss also jemanden geben, der sich gerne von etwas trennt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten oder erhalten zu haben. So wie unser Gott.

Gerade zu Weihnachten beschenken wir andere Menschen gerne. Vermutlich wollen wir tief in uns spüren, wie das ist, wenn Gott in Jesus uns Menschen beschenkt. Wie das ist, sich nackig machen und sich zu offenbaren. Das unterscheidet die christliche Religion von anderen Religionen, die Klarstellung des Schenkens: kein „Bestechungs-Opfer“, keine Belohnung, kein Verdienst, nur das zarte, kleine, nackte Geschenk der Nächstenliebe. Keine List, keine Hintergedanken, nur die Ohnmacht der Selbst- Offenbarung.

Die ganze frohe Botschaft unseres Herrn erlebbar, auspackbar und begreifbar durch ein Geschenk! Jeder von uns kann ein bisschen wie Maria sein, die für uns ihr Kind liebevoll in Windeln wickelt, so wie ein Geschenk, das eingewickelt wird.

Vor der Weihnachtszeit steht die Adventszeit. Im Advent erwarten wir die Ankunft des Herrn.
Niemand weiß, ob der auferstandene Christus in diesem Jahr wiederkommt. Aber er kann in uns, durch uns und mit uns Ankunft halten, wenn wir seine Barmherzigkeit weiterleben.
Die derzeitige Situation mit der Corona-Pandemie, der Klimakrise und gierigen Staatenführern macht es uns nicht leicht, daran zu glauben, das Gott in uns Menschen Ankunft halten will. Was kann ich als Einzelner schon bewirken? Welchen Unterschied machen meine Taten in vermeintlich aussichtsloser Situation? Hierzu habe ich eine kleine Geschichte gefunden:

Der Seestern
Ein Sturm kam auf, der Orkan tobte.
Das Meer wurde aufgewühlt und meterhohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend laut am Strand.

Nachdem das Unwetter nachließ, klarte der Himmel wieder auf.
Am Strand lagen unzählige Seesterne, die von der Strömung an den Strand gespült wurden. Ein kleiner Junge lief am Strand entlang, nahm behutsam einen Seestern in die Hand

und warf ihn ins Meer zurück.
Es kam ein Mann vorbei, ging zu dem Jungen und sagte:
"Siehst Du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist?
Die kannst Du niemals alle zurück ins Meer werfen! Was Du da tust, ändert nicht das Geringste, dein Handeln wird da keinen Unterschied machen."

Der Junge schaute den Mann einen Moment an. Dann ging er zu dem nächsten Stern, hob ihn behutsam auf und warf ihn zurück ins Meer.
Dann sagte er zu dem Mann: "Für diesen einen Seestern hat es einen Unterschied gemacht."

Vielleicht ist es sogar ein wenig Glück, dass wir uns in diesem Advent zurück nehmen müssen. Dass wir so innehalten und erspüren können, was wirklich wichtig ist. Dass wir die Muße haben können, unseren Nächsten in seiner Einsamkeit, in seinen Sorgen und Problemen zu entdecken. Dass wir die Zeit finden können, mit einfachen Taten Gutes zu schenken, Freude zu schenken, Hilfe zu schenken. Dass wir erkennen können, was uns Gott in seiner Menschwerdung offenbart.

Gottes Wesen ist die Liebe, die sich in seiner Barmherzigkeit zeigt. Eine Liebe und Barmherzigkeit, die wir in der Nachfolge Jesu Christi weiter schenken sollen. Schenken kann einfach sein, wenn wir Augen, Ohren und unser Herz offen halten: Ein Anruf, ein Brief, eine E-Mail, ein Päckchen, ein Foto, ein Botendienst, ein Weihnachtsgebäck.

Am Anfang allen Schenkens steht der Satz: „Sei eingedenk, dass dein Geschenk – Du selber bist.“

Bleiben Sie gesegnet, damit Sie zu einem geschenkten Segen für Andere werden. Treu Kolping

Eutin, 20.11.2020, Diakon Joachim Siebrecht (Präses) 

Liebe Kolpinger im Bezirk Lübeck,

was für ein Jahr: Ausfälle von der örtlichen Vorstandssitzung bis zur Diözesanversammlung. Nach einem kurzen Lichtblick im Sommer kommt es jetzt im Herbst und Winter um so dicker. Gerade mussten wir auf eine unserer beliebtesten Veranstaltungen verzichten, die Adventsfeier. Hatten wir im Herbst noch gehofft, nach der Messe wenigstens draußen noch ein wenig zusammenstehen zu können mit einem Becher Punsch und einem Lebkuchen, mussten wir uns letztlich auch davon noch verabschieden. Und trotzdem: Nach einer sehr schönen Messe wurde an jeden eine kleine Tüte ausgeteilt, mit ein paar Nüssen, einer Clementine und etwas Marzipan. Natürlich nicht, ohne sich vorher die Hände zu desinfizieren…

Ja, wir versuchen Corona zu trotzen wo und wann immer es geht. Mit vielen kleine Kontakten, aber auch mit einem Brief zum Advent, mit dem wir auch Euch alle grüßen möchten.

Bleibt gesund, bewahrt euren frohen Mut. Versucht die nun plötzlich doch einmal besinnliche und stille Advents- und Weihnachtszeit zu genießen.

Herzliche Grüße aus Eutin,

Treu Kolping

Martin

Mit diesem Kolpingzitat kam vor wenigen Tagen die Nachricht zum Ausfall auch des letzten Bezirksbildungsabends in diesem Jahr.

Ausgefallen, ausgefallen, ausgefallen… deshalb fange ich heute mal mit etwas Ausgefallenem an, mit einem Buchstabenrätsel. Eine Idee von Agnes. Ihr müsst nur die Buchstaben zurechtsortieren, dann werdet ihr euch erinnern, viel Spaß dabei:

  1. C Ü S T K Ü H R F

  2. D A C H T A N

  3. L A U S G U F

  4. M A B F E L I N D

  5. K A B S Z I R B I L B U N G S E N D E D

  6. G A R T O R V

  7. N A D S T O R V

  8. Z I N S G U T

  9. B A D E S P E I N E L

  10. K A N N T E D E R

??? Ach ja, eines davon hat doch stattgefunden…

Viel Liebgewonnenes ist ausgefallen in diesem Jahr. Groß war dieSorge, mit einer Veranstaltung – und viel Pech – auch bei aller Umsicht das Virus in unsere Reihen zu holen. Vielleicht zu groß? Im Nachhinein betrachtet hätten wir das gute Sommerwetter mehr nützen können, für einen Spaziergang, eine Runde Boule, eine Andacht im Freien. Sicherlich, manche hätten sich gesagt, in meiner Stituation… ich lass es lieber. Und mein vollstes Verständnis gehabt. Aber der Eine oder Andere wird auch gewartet haben. Jedenfalls war das Echo enorm, als wir im Spätsommer einluden zu einem Becher Kaffee vor der Schwimmhalle. Zu Achzehnt waren wir, und wir haben trotz der Coronabedingungen den herrlichen Nachmittag genossen.

Stattgefunden hat auch der Erntedankverkauf. Der Altarraum war wieder recht anprechend geschmückt, allerdings durfte nichts an den Altar, was wir abgeben wollten. Ebenso durften wir keinerlei Brote und sonstiges Gebäck anbieten. Dies tat unserem Elan allerdings keinen Abbruch, und dem der erstaunlich zahlreichen Gottesdienstbesucher auch nicht: Zu guter Letzt hatten wir ca. 580 € eingenommen, unter diesen Bedingungen fast ein Wunder.

Was haben wir noch auf dem Zettel? Eine Vorstandssitzung mussten wir kürzlich ausfallen lassen. Die Idee, für den Vorstand eine Whatsappgruppe einzurichten scheiterte, weil nicht alle dabei sind. So bleibt die e-mail, um alle auf einmal zu errreichen. Aber vielleicht könnten wir ja auf der Ebene der gesamten Familie eine Whatsappgruppe einrichten, um so möglichst viele Mitglieder zu erreichen? Das Wetter ist schön, mal schnell nen Spaziergang anbieten? Das wäre doch was.

Und wir haben als Ersatz für die Adventsfeier den Gottesdienst in Malente am 5. Dezember um 18:00 Uhr. Den Punsch hinterher werden wir allerdings weglassen müssen.

Wenn ich jetzt einmal in das kommende Jahr schauen darf, gehe ich erstmal davon aus, dass die Jahreshauptversammlung auch nicht wie gewohnt stattfinden werden kann. Und das Frühstück zum Josef-Schutzfest? Eher nach dem Gottesdienst ne Grillwurst im Freien? Ich weiß es nicht.

Was ich aber inzwischen weiß, ist, dass man mitunter bei allem Grübeln über die Zukunft die Gegenwart vergisst. Andreas hatte es mir irgendwann mal erzählt: Seine Eltern feiern Diamentene Hochzeit. Aber der Groschen fiel nicht. Gudrun und Johannes, es tut mir furchtbar leid, sehr sehr nachträglich die herzlichsten Glückwünsche eurer Kolpingsfamilie. Bei aller Plage des Alltags, mögen euch noch viele Momente der Freude erwarten, miteinander, mit euren Kindern Anja und Andreas, deren Kindern und mit euren Urenkeln. Aber wie es dann so ist, von diesem Malheur profitieren andere. Denn wir haben tatsächlich noch ein Diamantenpaar, am 16. November werden Hildegard und Gerhard Siebrecht gefeiert haben. Mögen auch euch noch viele schöne Tage beschieden sein.

Ich hoffe, ihr hattet ein wenig Freude an dem bunten Rück- und Ausblick. Aber nun wollen wir noch in Ruhe auf die kommenden Tage und Wochen schauen. Advent und Weihnachten werden in diesem Jahr ganz anders sein. Anmelden und Platz reservieren für die Messe, dies war eben Thema nach der Vorabendmesse. Geschenke kaufen, noch mehr im Internet oder doch möglichst vor Ort? Überhaupt, Geschenke: sollte man sie in diesem Jahr besonders sorgfältig aussuchen, oder verblassen sie aufgrund der besonderen Wertigkeit jeglicher persönlicher Begegnung?

Mit den Gedanken dazu von Joachim Ringelnatz (1883 – 1934) möchte ich mich verabschieden.

Schenken

Schenke groß oder klein,

Aber immer gediegen.

Wenn die Bedachten

Die Gaben wiegen,

Sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.

Schenke dabei

Was in dir wohnt

An Meinung, Geschmack und Humor,

So daß deine eigene Freude zuvor

Dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.

Sei eingedenk,

Daß dein Geschenk

Du selber bist.

 

 

Und zu guter Letzt: die Lösungen vom Buchstabenrätsel

1.FRÜHSTÜCK 2.ANDACHT 3.AUSFLUG 4.FILMABEND 5.BEZIRKSBILDUNGSABEND

6.VORTRAG 7.VORSTAND 8.SITZUNG 9.SPIELEABEND 10.ERNTEDANK

  
 

Liebe Kolpingschwestern und –brüder,

 

vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass es auch an den ersten beiden Maisonntagen keine Gottesdienste geben wird. Eine komische Zeit. Selbst Ostern keine Gottesdienste. Mir war noch nie bewusst, wie wichtig mir gerade diese Gottesdienste sind. Wenigstens gab es für die Karwoche und Ostern geistliche Impulse aus unserer Pfarrei. Und irgendwie hänge ich doch in der Luft…

 

Der Verstand beginnt die Situation zu fassen. Habe ich anfangs noch gehofft, mit ein paar Wochen oder wenigen Monaten Disziplin ist die Seuche zu bewältigen, wird jetzt immer deutlicher: wirklich ändern wird die Situation erst ein guter und weltweit verfügbarer Impfstoff. Und dies sicherlich nicht mehr in diesem Jahr. Die Orte der Begegnung werden mehr werden. Mehr Geschäfte werden öffnen, Spielplätze und Schulen, Gaststätten und Kinos, Kirchen mit Gottesdiensten. Aber die Abstandsregeln werden bleiben und in alle Bereiche transformiert. Und die Maskenpflicht kommt in diesen Tagen. Mehr Begegnung – und im Gegenzug mehr Abstand dabei, damit die Infektionszahlen in beherrschbarem Rahmen bleiben.

 

Und was machen wir? Nur zu gerne möchte ich anfangen, unser Programm umzusetzen. Messe und Frühstück des Josef-Schutzfestes nachholen. Aber wie könnte so ein Frühstück aussehen? Jeder sitzt an seinem eigenen Tisch? Wir gehören fast alle zu Risikogruppen, nicht auszudenken, wenn etwas schief ginge…

Wie denkt Ihr darüber? Meldet euch doch einfach mal bei mir oder einem anderen Vorstandsmitglied. Wir werden uns sicherlich bald mit einer kleinen Gruppe in einem großen Raum treffen. Oder wir sehen uns doch schon recht bald wieder in und nach einem Gottesdienst.

Ich grüße euch herzlich im Namen des ganzen Vorstandes und freue mich, dass unser Präses Joachim auch noch ein paar Gedanken für euch hat.

Treu Kolping

Liebe Schwestern und Brüder!

Der gewaltsame Tod Jesu ist die größte Glaubens- und Hoffnungskrise, die wir uns vorstellen können. Wie fühlten sich die Jünger, Anhänger und Sympathisanten von Jesus? Der Sohn Gottes war gestorben, brutal aus dem Leben gerissen. Alle Hoffnungen auf eine bessere Zukunft schienen verloren. Aber, wie wir Christen seit Ostern wissen: Die Liebe glaubt alles, hofft alles, erträgt alles, die Liebe hört niemals auf.

Und in der aktuellen Krisenzeit? Glauben wir, hoffen wir, lieben wir? Oder hält uns die Corona-Krise mit ihren Fesseln der Angst gefangen? Unsicherheit, Bedrohung, Krankheit und Tod machen Angst, das ist deren Stärke. Und viele Menschen spielen mit dieser Angst, nutzen sie aus, um ihre Macht zu festigen und ihre Mitmenschen in Abhängigkeit zu führen. Auch wir Christen kennen leider diese Mechanismen, sei es aus eigener Erfahrung, sei es, weil wir sie vielleicht selber schon mal genutzt haben:
Die Angst vor einem strafenden Gott, oder genauer, einem unbarmherzigen Gott.
Selbst das harmlose „Der liebe Gott sieht alles“ meint im Grunde nichts anderes als „Achtung, sonst wird Gott dich bestrafen.“

Wenn wir über Angst reden, dann müssen wir auch nach dem Ursprung fragen und dieser liegt im Sündenfall nach der Schöpfungsgeschichte:

Als sie Gott, den Herrn, im Garten gegen den Tagwind einherschreiten hörten, versteckten sich Adam und seine Frau vor Gott, dem Herrn, unter den Bäumen des Gartens. Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: Wo bist du? Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich.“ (Gen 3,8-10)

Die Furcht, die Angst tritt in die Weltgeschichte ein, und sie hat sie nicht wieder verlassen. Der Mensch verbirgt sich nicht wegen seiner Nacktheit, sondern aus Angst vor Gott. Er folgt seiner einfachen Logik von Sünde und Bestrafung. Das Gott barmherzig ist, ist für ihn keine Möglichkeit. Seine Angst macht es dem Menschen unmöglich, mit Gott auf Augenhöhe zu kommunizieren, vielmehr meint er, sich rechtfertigen zu müssen. (Bei der Kommunionausteilung wird der Leib Christi kurz auf Augenhöhe des Empfängers gehoben, als Zeichen der Versöhnung und der Kommunikation auf Augenhöhe).

Der Sündenfall ist somit nicht die Missachtung eines Verbotes, sondern die Verkehrung des wahren Wesens Gottes durch die Schlange: „Gott ist nicht ehrlich zu euch, er misstraut euch, deshalb hält er euch das Beste vor“. Adam und Eva lassen sich zu diesem Gottesbild verleiten, dass alles auf den Kopf stellt:
Ein Gott, der dem Menschen etwas wegnimmt - und nicht, der sie überreich beschenkt.
Ein Gott, der Freiheiten nimmt - und nicht, der sie erst ermöglicht.
Ein Gott, dem sein Gebot wichtiger ist, als die Liebe zu seinen Kindern.
Ein Richter, vor dem man sich fürchten muss - und nicht einer, zu dem hin der Mensch sich flüchtet.

Es ist daher wichtig, in Krisenzeiten aufmerksam zu sein: Lass ich mich von einer „Schlange“ verführen, mein Gottesbild zu verkehren, weil die Krise doch einer Logik folgen muss, am einfachsten der von Sünde und Strafe? Oder bin ich selber eine „Schlange“ und verbreite ein falsches Gottesbild, ein Bild der Bestrafung und Unbarmherzigkeit gegenüber Sündern und Ungläubigen?

Unser Gott ist die Barmherzigkeit, ein befreiender Gott. Er macht uns frei von der Angst. Achten wir also auf unser Gottesbild, denn nur so bleiben wir furchtlos und können Anderen Ängste nehmen.

Unentwegt spricht Gott uns Mut zu, von den ersten Seiten der Bibel bis zum Schluss ruft er: „Habt keine Angst! Fürchtet euch nicht!“

Es heißt, in der Bibel findet sich diese Ermutigung 365 Mal, für jeden Tag des Jahres einmal. Bei jedem Tagesanbruch spricht somit Gott uns zu: „Mein Kind, hab keine Angst, fürchte dich nicht. Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus der Sklaverei der Angst herausführt.“

 

Eutin, 29.04.2020, Diakon Joachim Siebrecht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Katholische Pfarrei St. Vicelin - Eutin NOTIZEN der Gemeinde St. Marien, Eutin

War es nun ein Grund zum feiern, das Ende von fünf Pfarreien?
Auf jeden Fall aber ein mutiger Neubeginn und eine schöne Feier. Und die Eutiner Kolpingsfamilie war natürlich auch unter den Gruppen, die sich vorgestellt haben. Als besonderen Gag haben wir uns eine Flasche Helium gekauft und an unserem Stand bunte Kolpingballons aufgeblasen und an die Kinder verteilt. Und es waren recht viele da, Familien aus unserer Kindertagesstätte und aus dem in unserer Gemeinde beheimateten Flüchtlingstreff Cafe Cult.

Damit hatten wir den Vogel abgeschossen. Und auf jedem Pressefoto sind irgendwo unsere bunten Ballons zu sehen.

Besuch im Lübecker Märtyrermuseum

11 Eutiner machten sich am vergangenen Sonntag auf zur Herz Jesu Kirche in Lübecks Altstadt. Nach der Mitfeier der heiligen Messe wurde die Einladung zum Fastenessen gern angenommen, es gab Couscous in verschiedensten Variationen. Danach stand ein Mitglied des örtlichen Kirchenvorstandes bereit, zunächst die gerade renovierte Kirche vorzustellen und anschließend durch die Ausstellung zu führen. Ausführlich, fachkundig und interessant wurden die Kolpinger durch die nahe Vergangenheit geleitet.


Die drei Lübecker Kapläne Johannes Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange und der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink lernten sich während des Krieges kennen und waren seit 1941 über alle damals noch hohen Konfessionsgrenzen hinweg freundschaftlich miteinander verbunden. Sie tauschten Nachrichten und Predigten aus, verbreiteten die Reden des Münsteraner Bischofs von Galen und bezogen öffentlich Stellung gegen die Verbrechen der Nazi-Diktatur. Nach der Bombardierung Lübecks in der Nacht zum Palmsonntag 1942 wurden die vier nach und nach verhaftet und in einem Schauprozess zum Tode verurteilt. Am 10. November 1943 wurden sie kurz hintereinander hingerichtet. Neben dem Eintreten für ihre Glaubensüberzeugung steht das ökumenische Miteinander im Zentrum des Erinnerns.

       

 

          Kf Eutin im Lübecker Märtyrermuseum